Großprojekte an verschiedenen deutschen Theatern

Im Folgenden sind einige der großen Produktionen beschrieben, die Nadja Raszewski als Choreografin an verschiedenen Theatern, Schulen und anderen kulturellen Einrichtungen inszeniert hat. Der Begriff „Großprojekt“ meint vor allem, dass an diesen Produktionen viele Menschen (zwischen 40 und 350 Teilnehmer) unterschiedlichen Alters, Herkunft, Ausbildung und körperlichen Fähigkeiten mitgewirkt haben. Dabei sind die Arten der Inszenierung sehr unterschiedlich und an den jeweiligen Auftrag bzw. die Bedingungen gebunden. Die Vielfalt der Projekte reicht vom Operngenre mit Orchester an einem großem Haus, über Festivals an Theatern, Schulhäuser und Schulhöfe, die von der gesamten Schülerschaft bespielt wurden bis hin zu Aufführungen in Justizvollzugsanstalten.

 

 

GATED COMMUNITY

Theater Heilbronn / JVA Heilbronn, 2013

Tanzproduktion mit Insassen der JVA Heilbronn
am 9. und 11. Mai jeweils um 17 Uhr in der JVA Heilbronn, 
Choreografie: Nadja Raszewski 

»Unter Kontrolle« – diesem Motto widmet sich das Festival Tanz! Heilbronn in seinem fünften Jahr. Vom 8.-12. Mai sind wieder Arbeiten von international herausragenden Tanzkompanien und erfolgversprechenden jüngeren Choreografinnen und Choreografen eingeladen. Tanzkuratorin Karin Kirchhoff hat sich  auf die Suche nach Künstlerinnen und Künstlern begeben, die sich mit verschiedenen Formen von politischer und sozialer Kontrolle beschäftigen.
Ganz existentiell spüren Gefängnisinsassen die Folgen des Außer- Kontrolle- Geratens im Leben, das mit Freiheitsentzug und der absoluten Kontrolle hinter Gittern geahndet wird. Bereits vier Wochen im Vorfeld des Festivals beginnt deshalb ein ganz außergewöhnliches Projekt mit Gefangenen der JVA Heilbronn mit dem Titel »Gated Community«. Nadja Raszewski, die bereits zwei erfolgreiche Tanzprojekte mit Jugendlichen und Senioren am Stadttheater Heilbronn realisiert hat, untersucht mit den Männern die Bedingungen in ihrer geschlossenen Gesellschaft. Mit Mitteln der Improvisation, selbst geschriebenen Texten, Bewegung, Stimme und Musik entwickeln sie eine Performance. 

Pressestimmen:

Häftlinge ertanzen sich ein Stück Freiheit, Heilbronner Stimme 2013.pdf  Download

Tanz hinter Gittern, Kultur Regional 2013.pdf  Download

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

TAUSEND TÜREN

Staatstheater Saarbrücken,  2013                                                                          

Choreografie: Nadja Raszewski
                                                                                                

Video: Oliver Raszewski


Premiere am Sonnabend, den 02.02.2013, 19.30 Uhr in der Alten Feuerwache


Wo kommen die Wünsche her, und wie wird aus Wünschen Handeln? Warum ist es so schwer, Träume wahr werden zu lassen? Den Türen, die es dafür aufzustoßen gilt, und den so wesentlichen Aspekten vom Träumen, Entscheiden und Wollen nähern sich saarländische Schüler tänzerisch an und erobern so die Bühne.


Zum dritten Mal hat Marguerite Donlon die Choreografin Nadja Raszewski nach Saarbrücken eingeladen und sie aufgrund ihrer herausragenden Arbeit mit Schülern zur künstlerischen Leiterin des Schülertanzprojekts „Tausend Türen“ ernannt. Unterstützt wird sie in diesem Jahr von langjährigen Schüler/innen der TanzTangente: Selina Menzel, Nathalie Rosenbaum, Camilla Przystawski und Johannes Schuchardt.

„Ich freue mich sehr, dass wir mit Unterstützung des Ministeriums für Bildung und Kultur die „Tausend Türen“ öffnen können. Wenn nicht die Jugend Türen öffnet, wer dann?“ lacht die Ballettdirektorin.


 

 

CARMEN 2012/RESPECT RELOADED

Opernfestspiele Heidenheim, 2012 (50 Jugendliche)

„Am Sonntag, den 17. Juni, findet die Aufführung der packenden Tanzperformance statt, die 50 Heidenheimer Jugendliche unter der Anleitung der Berliner Choreografin Nadja Raszewski in den vergangenen Wochen entwickelt und einstudiert haben. Ganz im Sinne der Opernfestspiele nennt sich die Show „Carmen 2012“ und versetzt die Handlung der Bizetschen Oper in die HipHop-Szene des 21. Jahrhundert. Futuristische Videoinstallationen, Rap und Beat vom Band treffen auf Carmen und Don José, Zigeunerinnen und Stierkämpfer.

Als Musik für die Performance dient sowohl das Bizetsche Original – Auszüge aus der Oper Carmen – als auch groovige HipHop-Beats vom Band. Eine eigens komponierte und vom basement funk orchester Berlin eingespielte HipHop Ouvertüre eröffnet den Abend.

Als Live-Orchester sitzt die Heidenheimer Cappella Aquileia im Graben. Über dem Graben bzw. auf Leinwand werden Videos des Berliner Künstlers Oliver Raszewski gezeigt, der Carmen-Melodien und HipHop-Sound in futuristisch anmutenden, Videoclip-ästhetischen Filmsequenzen abbildet. Und dazwischen, auf der Bühne, zeigen 50 Heidenheimer Jugendliche, dass der Kampf um Freiheit und Liebe auch im 21. Jahrhundert nichts von seiner Aktualität verloren hat.“

 

 

 

 

 

 

ZeitspannenD

Theater Heilbronn, 2010 (30 Senioren, 10 Jugendliche, 4 Tänzer/innen)

Das Tanzprojekt „ZeitspannenD“ mit Tänzern von 18 - 81 Jahren wurde beim TanzHeilbronn Festival im Heilbronner Theater mit großem Erfolg uraufgeführt. Ein alle Generationen umfassendes Tanzstück mit brillianten Videoprojektionen in einem einzigartigen Bühnenbild. Im Frühjahr 2010 erarbeiteten Heilbronner Seniorinnen und Senioren dieses Tanzstück. Kaum eine/r von ihnen hat jemals zuvor auf einer Bühne gestanden. In Improvisationen entwickeln sie ihr eigenes Bewegungsmaterial. Nadja Raszewski verbindet es mit von ihr vorgegebenen Schrittfolgen und erweitert es um Duette mit vier Profitänzerinnen und –tänzern. Im April stieß eine Gruppe Jugendlicher zum Probenprozess hinzu. Sie entwickeln ihre eigenen Szenen, beziehen sich auf die Senioren, sie nehmen wahr, kommentieren, greifen ein. Wo treffen sich die beiden Lebenswelten, was haben sie einander zu erzählen? Dreh- und Angelpunkt der getanzten Geschichten auf der Bühne sind die drei Nornen, nach der germanischen Mythologie die Schicksalsfrauen, welche die Geschicke der Menschen und der Götter leiten, die Schicksalsfäden spinnen und für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft stehen.

 

 

 

ANDERSWO

Saarländisches Staatstheater/ Saarbrücken 2010 (55 Jugendliche)

Ist das zweite Schülertanzprojekt am Saarländischen Staatstheater, welches im Rahmen des Bildungsprogrammes „Zukunft@DDC" stattfindet, das von der damaligen Ballettchefin Marguerite Donlon 2008/2009 initiiert wurde. Für „Anderswo“ nimmt Nadja Raszewski diesmal 55 Jugendlichen aus acht saarländischen Schulen mit auf Entdeckungsreise. Grundlage ist die Geschichte „In keinem anderen Land“ von Shaun Tan. Gemeinsam erkunden sie bislang unbekannte, unsichtbare Räume. Dabei begegnen sich ganz unterschiedliche Lebenswelten und eröffnen sich ungeahnte Spielräume - oder zutreffender: Tanzräume.

 

„In meinen Träumen war der Raum eigentlich kein Raum, sondern eine andere Welt. Du kamst mit der Leiter aus einem Loch im Himmel und während du dort warst, blieb die Zeit in der anderen Welt stehen. Rasen wucherte und wurde manchmal sogar hüfthoch. Zwei Quellen entsprangen auf einem kleinen Hügel und flossen am Fuße des Hügels zusammen. Wenn man dem Bach folgte, kam man in einen See, der, wenn man den Wunsch hatte, zufror und auftaute.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

MAN MÜSSTE EIGENTLICH SCHWEBEN

Theater Heilbronn, 2009 (40 Jugendliche)

Ein Tanzstück, das sich den Themen Heimat, Fremde und Begegnungen zwischen den Kulturen widmet. Die Hauptpersonen in diesem Projekt sind 40 Förderschüler der Wilhelm-Hofmann-Förderschule in HeilbronnSchule.

"und überall liegt scheiße,
man muss eigentlich schweben,
jeder hat 'nen hund
aber keinen zum reden"

Peter Fox beschreibt in seinem Vierzeiler das Leben der Hauptpersonen zwar sehr drastisch, aber treffend: Sie wohnen überwiegend in Heilbronn-Böckingen mit 21 708 Einwohnern, jeder zweite Einwohner hat eine Zuwanderergeschichte. Böckingen hat 5 Schulen, 2 Hauptverkehrsstraßen, 1 S-Bahn-Anschluss an Heilbronn, 5 Dönerläden und viele arbeitslose Jugendliche. Von unseren Schülern hat kaum einer einen Hund, da das Hartz-IV-Geld in vielen Familien nicht einmal für Turnschuhe reicht, nicht für eine warme Winterjacke. Und zum Reden haben sie auch keinen: Entweder hat die allein erziehende Mutter keine Zeit zum Reden, weil sie arbeiten muss, oder das Reden und Zuhören wird erschwert, weil der ganze Tag der Fernseher läuft: Sie müssten eigentlich schweben… …und so heißt auch der Titel des Tanzprojektes, das Nadja Raszewksi mit den Schülern vor einer Woche begonnen hat. Das Ziel ist, dass diese Schüler bei der Aufführung das Gefühl haben, dass sie schweben, dass sie sich über alle Probleme erheben können und für einen Moment inne halten können und erleben: Ich kann etwas, ich bin hier.

Die Schülerinnen und Schüler im Alter von 13 bis zu 18 Jahren absolvierten von Montag, 27. April 2009 für fünf Wochen ein tägliches Tanztraining von 9 bis 15 Uhr. Die Choreografie ist eine Mischung aus Hip-Hop-, Jazztanz- sowie Modern-Dance-Elementen und letztlich enden diese Übungseinheiten mit einer Performance am 27. Mai 2009 im Komödienhaus Heilbronn. Ein weiteres Gastspiel gab es am 27. Juni 2009 am Theater Freiburg.

 

 

ZUKUNFT N.O.W.

Saarländisches Staatstheater/ Saarbrücken, 2009 (60 Jugendliche)

"Immer wieder bilden sich lebende Skulpturen. Dazwischen ein Potpourri, dass beim Betrachten Gänsehaut erzeugt. Eine mitreißende einstündige Performance!", Saarbrücker Zeitung

Was bedeutet mir eigentlich Zukunft? Und wie nehme ich sie wahr?  

Diese zentralen Fragen nach dem Werden des Menschen und nach dessen Aufgabe, die Zukunft zu gestalten, stehen im Mittelpunkt der Choreografie von "Zukunft n.o.w.", getanzt von 60 Jugendlichen der Region. Abseits der Worte und des Drucks, den junge Menschen heute von Familie, Gesellschaft und  Medien erfahren, wird in diesem Tanzprojekt von der Choreografin Nadja Raszewski ein Raum geschaffen, in dem diese Vorstellungen sensibel gegeneinander gesetzt werden dürfen und die Jugendlichen in sich hineinhören können.

Die Uhr tickt, Zeit verstreicht, kettenartig bewegt sich das Individuum in der Gruppe fort, ohne Verortung, ohne vorgezeichneten Weg. Der kann ein Punkt sein oder eine kontinuierliche Linie - so einfach summiert sich dei Erfahrung von Zukunft. Kriechend, dem Boden verhaftet geht es voran, aber der Mut und die Probierfreude verführen die jungen Tänzer auch zu weiten Sprüngen und dynamischen Konstellationen. Eine Bewegungssprache des Mühsamen wie des Überschwänglichen Und was du selbst daraus machst, liegt an dir: "Leave me alone", schallt es da mit der Stimme Michael Jacksons aus den Lautsprechern, "Lass mich machen, vertraue mir". Eine atmosphärische Mischung aus Vorsicht und Draufgängertum, aus gemeinschaftlichem Erleben und individueller Suche durchzieht das Stück, unterstützt von den Klangarbeiten der Schulmusikstudenten Katharina Maurer und Andy Kaspar. Ob als reell greifbares Konstrukt oder auch Traum - Zukunft ist für jeden von Bedeutung.

 



Das Projekt positioniert sich an der Schnittstelle zwischen Schule und Theater. Durch die enge Zusammenarbeit mit den betreuenden Lehrkräften und den künstlerischen Akteuren werden den Jugendlichen neue Erfahrungsfelder und Lernformen eröffnet. Die Jugendlichen haben mit dieser Arbeit Körper, Raum und Bewegung im Künstlerischen Prozess erfahren und unter tanzpädagogischer Anleitung der Choreografin Nadja Raszewski eine eigene Kreation, von der Konzeption bis zur szenischen Umsetzung, entwickeln können. Diese gelangte am 11. Oktober 2009 im Rahmen des 2. Internationalen Tanzfestivals n.o.w. dance saar zur Premiere.

 


 

 

 

 

 

FEUERVOGEL 

Staatsballett München, 2008 (120 Jugendliche)

120 Schülerinnen und Schüler der 8. Jahrgangsstufe des Städtischen St. Anna Gymnasiums und einer Klasse gehörgeschädigter Kinder der Samuel Heinicke Realschule verlassen ihren Schulalltag und arbeiten statt dessen den gesamten Monat Juli unter der Leitung der Berliner Choreographin Nadja Raszewski und Tänzern und Pädagogen des Bayerischen Staatsballetts an einer eigenen Choreographie. 2008 wird zum ersten Mal auch das Jugendorchester des Bayerischen Staatsorchesters „ATTACCA“ mit von der Partie sein. Das Thema, das Jugendliche und Künstler in diesem Jahr gemeinsam bearbeiten werden, ist „Der Feuervogel“. Mit dabei auch Marion Tränkle, Szenografin mit ihren Lifeanimationen und Projektionen und der Schlagzeuger und Michael Gould, Professor für Percussion an der University of Michigan. Er hat zur Musik von Strawinsky eigene Kompositionen gemeinsam mit und zu den Tänzen der Jugendlichen entwickelt und spielt diese life.

 

 

DIE GRÜNE KATZE

Staatsballett München, 2007 (110 Jugendliche)

Etwa 110 Schülerinnen und Schüler der 8. Jahrgangsstufe des Städtischen St. Anna Gymnasiums und einer Klasse der Berufsschule zur Berufsvorbereitung am Bogenhauser Kirchplatz probten Anfang Juli 2007 für anna tanzt, das Schulprojekt des Bayerischen Staatsballetts im Rahmen von THEATerLEBEN. Vier Wochen lang kamen die Schüler täglich zu Proben in einen Ballettsaal der Münchner Kompagnie, um unter der Leitung der Berliner Choreographin Nadja Raszewski und zusammen mit Tänzern des Bayerischen Staatsballetts eine eigene Choreographie, zu erarbeiten. Frei nach der Erzählung „Die grüne Katze“ des Münchner Autors Alexander Kostinskij und zur Musik von Michael Gould und Andy Kirshner. Das Ergebnis wurde am 25. und 26. Juli 2007 in der Muffathalle öffentlich präsentiert.

 

 

HIP HÒPERA- COSI VAN TUTTE

Komische Oper Berlin, 2006 (40 Jugendliche)

"Hip H'Opera" ist eine Cross-Culture-Version von Mozarts Oper Così fan tutte und Ergebnis einer Fusion von Klassik und HipHop. Mozarts Oper battelt gegen HipHop-Beats bis eine Hip H'Opera entsteht: Entstanden ist so eine Oper mit Rap und Rezitativen, Arien und Hip-Hop-Beats. Der Rapper Guglielmo wettet auf die Treue seiner Fiordiligi mit ihrem jugendlich-dramatischen Sopran, der Rapper Ferrando auf die Treue von Dorabella mit ihrem lyrischen Mezzosopran. Verführt zu dieser Wette werden sie von dem Bariton des Don Alfonso, der sich mit der Rapperin und Kammerzofe Despina verbündet hat.Im Orchester: ein DiscJockey (DJ) und ein Jugend-Orchester. Auf der Bühne: Drei professionelle Opernsänger, drei Rapper und die "Youth Crew". Das sind 40 jugendliche Sängerinnen, Sänger, Tänzer und Tänzerinnen zwischen 16 und 24 Jahren aus verschiedenen Berliner Bezirken, unterschiedlichen sozialen Schichten, allen Schul- und Ausbildungsformen und vielen unterschiedlichen Nationen. Unter ihnen auch Rapper, Hip Hopper, Operngänger, Opernneulinge und Opernhasser. Keiner von ihnen hat bisher auf einer Opernbühne gestanden. Was alle verbindet ist die Liebe zur Musik und die Bereitschaft, sich auf ein aufregendes und großes Experiment einzulassen.

TanzTangente Berlin | info@tanztangente.de